maispflanze-dusche

Biostimulanzien in der Landwirtschaft und Biogasproduktion

Wie Sie Ihre Pflanzen stärken und Erträge maximieren

Einleitung: Der Kälteschock fürs Pflanzen-Immunsystem

Stellen Sie sich vor, Sie stellen sich morgens unter die kalte Dusche. Der erste Moment ist stressig – doch danach fühlen Sie sich energiegeladen, widerstandsfähiger und gesünder. Genau dieses Prinzip nutzen Biostimulanzien in der Landwirtschaft. Sie setzen Pflanzen kontrolliertem Stress aus, aktivieren deren Abwehrkräfte und verbessern gleichzeitig Nährstoffaufnahme, Wachstum und Stressresistenz. Für Landwirte und Biogasanlagenbetreiber bieten diese innovativen Produkte eine Chance, Erträge zu steigern, Ressourcen zu sparen und nachhaltiger zu wirtschaften.

In diesem Fachbeitrag tauchen wir tief in die Welt der Biostimulanzien ein: von ihren Wirkmechanismen über praktische Anwendungsstrategien bis hin zu ihren Vorteilen für die Biogasproduktion.


1. Was sind Biostimulanzien? Definition und Abgrenzung

1.1 Die offizielle Definition (EU-Verordnung 2019/1009)

Biostimulanzien sind Substanzen oder Mikroorganismen, die Pflanzen dabei helfen, Nährstoffe effizienter aufzunehmen, ihre Abiotische Stressresistenz (z. B. gegen Trockenheit, Hitze, Salzstress) zu stärken und die Pflanzenqualität zu verbessern – ohne selbst als Dünger zu wirken.

1.2 Biostimulanzien vs. Dünger vs. Pflanzenschutzmittel

  • Dünger: Liefern direkt Nährstoffe (N, P, K).

  • Pflanzenschutzmittel: Bekämpfen Schädlinge oder Krankheiten.

  • Biostimulanzien: Aktivieren die Pflanze von innen heraus – wie ein Immunbooster.

1.3 Warum der Hype? Treiber der Nachhaltigkeit

  • EU-Farm-to-Fork-Strategie: Reduktion synthetischer Dünger um 20 % bis 2030.

  • Klimawandel: Extreme Wetterereignisse erfordern stresstolerantere Sorten.

  • Biogasanlagen: Höhere Effizienz bei der Vergärung von Biomasse.


2. Wie wirken Biostimulanzien? Die Wissenschaft hinter dem Pflanzen-Boost

2.1 Der „Kälteschock-Effekt“: Stress als Trainingsreiz

Ähnlich wie die kalte Dusche beim Menschen lösen Biostimulanzien milden Stress in der Pflanze aus. Dies aktiviert:

  • Antioxidative Enzyme (z. B. Superoxiddismutase), die Zellen vor oxidativem Stress schützen.

  • Hormonelle Antworten: Bildung von Abscisinsäure (ABA) und Jasmonaten, die die Stomata-Regulation und Abwehrgene steuern.

2.2 Schlüsselmechanismen im Detail

a) Verbesserte Nährstoffverfügbarkeit
  • Chelatbildung: Huminsäuren binden Spurennährstoffe wie Eisen oder Zink, machen sie pflanzenverfügbar.

  • Phosphatmobilisierung: Mikrobielle Biostimulanzien (z. B. Pseudomonas fluorescens) setzen Phosphat aus Bodenmineralen frei.

b) Stimulierung des Wurzelwachstums
  • Auxin-ähnliche Wirkungen: Algenextrakte (z. B. Ascophyllum nodosum) fördern die Wurzelverzweigung um bis zu 40 %.

c) Stärkung der Zellstruktur
  • Silizium-Akkumulation: Kieselsäure-Präparate härten Zellwände aus – Schutz gegen Pilzbefall und Trockenstress.


3. Die Top 5 Biostimulanzien-Typen und ihre Anwendung

3.1 Huminsäuren und Fulvosäuren

  • Herkunft: Torf, Braunkohle, Kompost.

  • Wirkung: Verbessern Bodenstruktur, erhöhen Kationenaustauschkapazität (CEC).

  • Praxis-Tipp: 5–10 L/ha huminsäurehaltiger Flüssigdünger zur Saatgutbeizung.

3.2 Algenextrakte (Seetang)

  • Stars der Biostimulanzien: Enthalten Betaine, Mannitol und Cytokinine.

  • Studienergebnis: Maiserträge steigen um 8–12 % unter Trockenstress (Quelle: Universität Bologna).

3.3 Aminosäuren und Peptide

  • Gewinnung: Hydrolyse von Federn, Haaren oder pflanzlichen Proteinen.

  • Vorteil: Schnelle Energiequelle bei Stress (z. B. nach Hagelschlag).

3.4 Mikrobielle Biostimulanzien

  • Mykorrhiza-Pilze: Symbiose mit Wurzeln vergrößert Nährstoffaufnahmebereich.

  • Rhizobien: Stickstofffixierung bei Leguminosen.

3.5 Pflanzenextrakte (Chitosan, Melasse)

  • Chitosan aus Pilzzellwänden: Aktiviert SAR (Systemisch erworbene Resistenz) gegen Pathogene.


4. Anwendungsstrategien: Wann, wie und womit?

4.1 Timing ist alles: Kritische Wachstumsphasen

  • Keimung: Saatgutbehandlung mit Trichoderma-Pilzen.

  • Blüte: Algenextrakte zur Verbesserung des Fruchtansatzes.

  • Stressperioden: Aminosäuren-Spritzung vor Hitzeperioden.

Vor- und Nachteile verschiedener Applikationsmethoden

Methode
Vorteile
Nachteile
Blattapplikation
Schnelle Wirkung
Begrenzte Aufnahmekapazität
Bodenapplikation
Langfristige Wirkung
Höhere Dosierung nötig
Saatgutbeizung
Geringer Aufwand
Begrenzte Wirkstoffmenge

4.3 Kombination mit Düngern und Pflanzenschutz

  • Synergien: Huminsäuren + NPK-Dünger erhöhen N-Effizienz um 15–20 %.

  • Warnung: Nicht alle Biostimulanzien vertragen sich mit Herbiziden (pH-Wert prüfen!).


5. Biostimulanzien in Biogasanlagen: Mehr Gas aus weniger Biomasse

5.1 Vorbehandlung von Substraten

  • Enzymcocktails (z. B. Cellulasen) zerlegen Lignocellulose in vergärbare Zucker.

  • Ergebnis: Biogasausbeute aus Getreidestroh steigt um 25–30 %.

5.2 Mikrobielle Starterkulturen

  • Thermophile Bakterien verkürzen die Hydrolisephase in Fermentern.

5.3 Gärrestaufbereitung

  • Humifizierung: Zugabe von Komposttee verbessert Nährstoffrückführung auf Felder.

Kosten-Nutzen-Analyse

Kostenposition
Kosten €/ha
Ertragssteigerung
Algenextrakt-Spritzung
35 €
5–8 % (≈ 120 €)
Mykorrhiza-Impfung
50 €
10–15 % (≈ 200 €)

6.2 Förderprogramme nutzen

  • EU-Agrarförderung: Öko-Regelungen honorieren den Verzicht auf synthetische Dünger.
  • Länderprogramme: Zuschüsse für Bodenverbesserungsmaßnahmen (z. B. Bayern).

7. Praxisbeispiele: Erfolgsstorys aus Deutschland

7.1 Biohof Müller (Niedersachsen): Mehr Mais bei weniger Dünger

  • Problem: Nitratbelastung im Grundwasser.
  • Lösung: Kombination aus Mykorrhiza und Huminsäuren.
  • Ergebnis: 20 % weniger Mineraldünger, gleiche Erträge.

7.2 Biogasanlage EnerGreen (Brandenburg): Gülle-Upgrade

  • Innovation: Enzymatische Vorbehandlung von Schweinegülle.
  • Output: +18 % Methan, geringere Viskosität der Gülle.

8. Herausforderungen und Grenzen

8.1 Fehlende Produktstandards

  • Wildwuchs am Markt: Nicht alle „Biostimulanzien“ halten, was sie versprechen.
  • Tipp: Auf Zertifizierungen (z. B. FiBL-Liste) achten.

8.2 Komplexe Wechselwirkungen

  • Boden-pH, Mikrobiom und Sorte beeinflussen die Wirkung – immer testen!

9. Zukunftstrends: Was kommt nach 2024?

9.1 Next-Gen-Biostimulanzien

  • CRISPR-editiertes Pflanzenmikrobiom: Maßegeschneiderte Bakterienkonsortien.
  • Nano-Formulierungen: Präzisionsfreisetzung von Wirkstoffen.

9.2 Digitales Monitoring

  • Sensorik: Drohnen erkennen Stressfrühsignale, triggern Applikation.

Biostimulanzien – kein Hokuspokus, sondern Agrarbiologie 2.0

Biostimulanzien sind kein Allheilmittel, aber ein mächtiges Werkzeug im Kampf gegen Ertragsunsicherheiten und Nachhaltigkeitsziele. Durch ihren Dualeffekt – Stärkung der Pflanzen und Verbesserung des Bodens – bieten sie Landwirten und Biogasanlagenbetreibern eine Brücke zwischen Ökologie und Ökonomie.

BlackSoil Plant hilft setzt genau hier an!

Read More
molybdän

Molybdän in der Biogasanlage: Der Mikronährstoff für maximale Effizienz

Biogasanlagen sind komplexe Ökosysteme, in denen Mikroorganismen organische Substrate in wertvolles Methan umwandeln. Doch während Betreiber oft Kohlenstoff- und Stickstoffverhältnisse im Blick haben, bleibt ein Schlüsselelement häufig unbeachtet: Molybdän (Mo). Dieses Spurenelement spielt eine zentrale Rolle in enzymatischen Prozessen – ein Mangel kann Gaserträge drastisch mindern, ein Überschuss toxisch wirken. In diesem Beitrag tauchen wir tief in die Biochemie von Molybdän ein und zeigen, wie Sie es gezielt zur Optimierung Ihrer Anlage nutzen.


1. Die Biochemie des Molybdäns: Warum das Spurenelement unverzichtbar ist

1.1 Molybdän als Kofaktor in Enzymen

Molybdän ist ein essenzieller Bestandteil von Molybdän-Cofaktoren (MoCo), die in über 50 Enzyme höherer Organismen und Mikroben eingebunden sind. In anaeroben Vergärungsprozessen sind vor allem drei Enzymklassen relevant:

  • Nitrogenasen: Verantwortlich für die Fixierung von atmosphärischem Stickstoff (N₂) in Ammoniak (NH₃).
    Reaktion: N₂ + 8H⁺ + 8e⁻ + 16 ATP → 2NH₃ + H₂ + 16 ADP + 16 Pi
    Ohne Mo können methanogene Archaeen Stickstoff nicht assimilieren – ein Engpass im Zellwachstum.

  • Formiat-Dehydrogenasen: Katalysieren die Oxidation von Ameisensäure (HCOO⁻) zu CO₂ und H₂, entscheidend im syntrophen Stoffwechsel zwischen acidogenen und methanogenen Bakterien.

  • Aldehyd-Oxidasen: Beteiligt am Abbau von Aldehyden, die bei der Zersetzung lignocellulosehaltiger Substrate (z. B. Stroh) entstehen.

1.2 Molybdän im Stickstoffkreislauf der Biogasanlage

In Substraten wie Gülle oder Maissilage liegt Stickstoff oft in organisch gebundener Form vor (Proteine, Harnstoff). Molybdänabhängige Enzyme steuern hier Schlüsselprozesse:

  • Nitratreduktion: Mo-haltige Nitratreduktasen reduzieren NO₃⁻ zu NO₂⁻, was die Stickstoffverfügbarkeit für Mikroben erhöht.

  • Entgiftung von Sulfid: Bei hohen Schwefelkonzentrationen fördert Mo die Bildung sulfidresistenter Enzymvarianten.

Praxis-Tipp: Ein optimaler Mo-Gehalt (0,1–1,5 mg/kg TS) unterstützt die Stickstoffhomöostase und verhindert NH₃-Hemmungen.


2. Molybdänmangel erkennen: Symptome und analytische Nachweismethoden

2.1 Indikatoren für einen Molybdänmangel

  • Sinkende Gasausbeute: Vor allem bei sulfidreichen Substraten (z. B. Zuckerrübenschnitzel).

  • Anstieg flüchtiger Fettsäuren (VFA): Durch gestörten Syntrophismus zwischen Acidogenen und Methanogenen.

  • Erhöhter ungenutzter Stickstoff: NH₃-Konzentrationen > 500 mg/L bei gleichzeitigem Mo-Mangel.

2.2 Analytik: Wie Sie Mo-Gehalte präzise bestimmen

  • ICP-MS (Induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie): Goldstandard für Spurenelementanalysen in Gärresten (Nachweisgrenze: 0,01 mg/kg).

  • Photometrische Tests: Schnellmethoden für den Betriebsalltag, z. B. mit Thioharnstoff als Komplexbildner (Messbereich: 0,1–5 mg/L).

Fallstrick: Probenahme-Fehler! Da Mo oft inhomogen in Substraten verteilt ist, müssen repräsentative Mischproben aus allen Chargen gezogen werden.

3. Molybdän-Quellen: Natürliche Lieferanten vs. technische Supplemente

3.1 Mo-reiche Substrate

Molybdängehalt in verschiedenen Substraten

Substrat
Mo-Gehalt (mg/kg TS)
Leguminosen-GPS
0,8–1,2
Rapskuchen
1,5–2,0
Gülle (Schwein)
0,3–0,6

3.2 Technische Zusätze

  • Natriummolybdat (Na₂MoO₄): Wasserlösliches Salz, dosierbar über Dosieranlagen (typisch: 2–5 g/Tag für 500-kW-Anlagen).

  • Mo-angereicherte Mineralmischungen: Kombinieren Mo mit Co, Ni, Se (z. B. 0,5% Mo in Trockenmasse).

Kosten-Nutzen-Analyse: Bei einem Mo-Mangel steigert eine Supplementierung von 3 g Na₂MoO₄/Tag (~15 €/Monat) die Gasausbeute um bis zu 12% – ROI < 6 Monate.


4. Fallstudien aus der Praxis

4.1 Fallbeispiel 1: Mo-Supplementierung in einer Maissilage-dominierten Anlage

  • Ausgangslage: Trotz optimaler pH-Werte (7,2–7,5) sank die CH₄-Produktion um 18%.

  • Diagnose: Mo-Konzentration im Fermenter < 0,05 mg/kg TS.

  • Maßnahme: Zugabe von 4 g/Tag Na₂MoO₄ über 4 Wochen.

  • Ergebnis: Gasertrag +14%, VFA-Reduktion um 35%.

4.2 Fallbeispiel 2: Toxizität durch Überdosierung

  • Ausgangslage: Ein Betrieb supplementierte vorsorglich 10 g Mo/Tag.

  • Folgen: Absterben methanogener Archaeen (Mo > 5 mg/kg TS hemmt Hydrogenasen).

  • Lösung: Verdünnung durch mo-armes Substrat (Stroh) und Teilwasserwechsel.


5. Optimierte Mo-Zugabe: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Baseline-Analyse: Mo in Inputsubstraten und Gärrest messen.

  2. Bedarf berechnen:
    Mo-Bedarf (g/Tag) = [Zielwert (mg/kg TS) – Istwert] × Substratmenge (kg TS/Tag) × 10⁻³

  3. Supplementierungsform wählen: Flüssigadditive für schnelle Wirkung, Trockenmischungen für Langzeitversorgung.

  4. Monitoring: Wöchentliche Mo-Messungen in der ersten Monat, dann monatlich.


6. Interaktionen mit anderen Spurenelementen

Molybdän steht in Wechselwirkung mit:

  • Kupfer (Cu): Hohe Cu-Gehalte (> 20 mg/kg TS) kompetieren mit Mo um Bindungsstellen.

  • Schwefel (S): Sulfat (SO₄²⁻) reduziert die Mo-Bioverfügbarkeit durch Komplexbildung.

Optimale Ratio: Mo:S = 1:100 bis 1:200.


Schlusswort

Molybdän ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Regulator anaerober Prozesse. Durch gezielte Analytik und Dosierung können Betreiber Stillstandszeiten reduzieren und Gaserträge signifikant steigern – bei minimalen Kosten.

Read More
eisen-rot

Eisen in der Biogasanlage: Der unterschätzte Schlüssel zu effizienterer Biogasproduktion

Biogasanlagenbetreiber stehen ständig vor der Herausforderung, die Effizienz ihrer Anlagen zu steigern und Kosten zu senken. Doch wussten Sie, dass ein simples Spurenelement – Eisen – hierbei einen entscheidenden Unterschied machen kann? Eisen ist nicht nur ein Baustein der Natur, sondern auch ein Katalysator für mikrobielle Prozesse, ein Gegengift gegen toxischen Schwefelwasserstoff und ein Stabilisator des Fermentationsmilieus. Dieser Artikel taucht tief in die Wissenschaft ein und liefert praxistaugliche Insights, wie Sie Eisen gezielt einsetzen, um Ihre Biogasausbeute zu maximieren.


1. Die Chemie des Eisens im anaeroben Milieu

1.1 Eisen als essenzielles Spurenelement

Eisen (Fe) ist ein zentraler Bestandteil von Enzymen und Elektronentransportketten in methanogenen Archaeen und hydrolytischen Bakterien. Es aktiviert Schlüsselprozesse wie:

  • Hydrolyse und Acidogenese: Eisenabhängige Enzyme (z.B. Hydrogenasen) spalten organische Polymere.

  • Methanogenese: Cytochrome in Methanobakterien nutzen Fe³⁺ als Elektronenakzeptor.

Studienbeispiel

Eine Übersichtsarbeit von Mand und Metcalf (2019) beleuchtet die Energiegewinnung und die Funktion von Hydrogenasen in methanogenen Archaeen, insbesondere der Gattung Methanosarcina. Die Autoren heben die zentrale Rolle von Enzymen wie Hydrogenasen hervor, die Protonen und Elektronen zu molekularem Wasserstoff umwandeln und somit eine Schlüsselposition im Methanogenese-Prozess einnehmen. Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Enzyme und beeinflusst deren Funktion maßgeblich. 

Zusätzlich betont eine Übersichtsarbeit von De Vrieze et al. (2012) die Bedeutung von Methanosarcina-Arten in anaeroben Vergärungssystemen. Diese Organismen zeichnen sich durch ihre Robustheit gegenüber verschiedenen Umweltfaktoren aus, einschließlich hoher Ammonium- und Salzkonzentrationen sowie pH-Schwankungen. Obwohl diese Studie nicht direkt den Einfluss von Fe²⁺-Ionen untersucht, unterstreicht sie die Anpassungsfähigkeit von Methanosarcina-Arten an unterschiedliche Bedingungen. 

Diese Studien bieten wertvolle Einblicke in die Bedeutung von Eisen für die Funktion und Aktivität methanogener Archaeen, insbesondere der Gattung Methanosarcina.

1.2 Eisen und Schwefel: Eine toxische Beziehung

Schwefelwasserstoff (H₂S) entsteht durch sulfatreduzierende Bakterien (SRB) und hemmt Methanogene. Eisen reagiert mit H₂S zu unlöslichem Eisensulfid (FeS):

Fe2++H2SFeS+2H+

Dadurch sinkt die H₂S-Konzentration im Gas von oft >1.000 ppm auf <200 ppm – kritisch für Gasmotoren.


2. Praktische Anwendungen: Wie Eisen die Biogasanlage optimiert

2.1 Reduktion von Schwefelwasserstoff

  • Optimaler Fe/S-Verhältnis: 1,5:1 bis 2:1 (z.B. bei 500 mg S/m³ → 750–1.000 mg Fe/m³ Substrat).

  • Formen: FeCl₂ (hohe Löslichkeit) vs. Fe(OH)₃ (langsame Freisetzung).

Praxis-Tipp: Kontinuierliche Zugabe über Dosieranlage verhindert Überdosierung.

2.2 Steigerung der Methanausbeute

Eisen fördert die direkte interspezifische Elektronentransfer (DIET), bei der Bakterien Elektronen über Eisenoxide an Methanogene übertragen – effizienter als über Wasserstoff.

  • Resultat: Bis zu 15% höhere CH₄-Produktion (Laborversuche der FH Hannover, 2021).

2.3 Prozessstabilisierung durch Pufferung

Fe²⁺ wirkt als pH-Puffer und bindet flüchtige Fettsäuren (VFA), die bei Überlastung entstehen.

FeO+2CH3COOHFe(CH3COO)2+H2O

3. Eisenformen im Vergleich: Welche ist die richtige?

Form Vorteile Nachteile
Eisenchlorid Schnelle Wirkung, präzise dosierbar Korrosiv, hohe Kosten
Eisenhydroxid Langsame Freisetzung, kostengünstig Wirkung verzögert
Nullwertiges Fe Langzeitwirkung, bindet CO₂ Nur in saurem Milieu aktiv

Empfehlung: Kombination aus FeCl₂ für akute H₂S-Probleme und Fe(OH)₃ für Langzeitstabilität.

4. Fallstudien: Eisen in der Praxis

Fallbeispiel 1: Milchviehbetrieb in Niedersachsen

  • Problem: H₂S >1.200 ppm, Motorschäden.

  • Lösung: Zugabe von 2 kg FeCl₂/Tag → H₂S <150 ppm nach 14 Tagen.

Fallbeispiel 2: Industrielle Anlage in Bayern

  • Herausforderung: Instabile VFA-Werte bei Mais-Spitzendosen.

  • Ergebnis: Fe(OH)₃ reduzierte VFA um 40% und stabilisierte den pH-Wert.


5. Risiken und Lösungen: Was schiefgehen kann

  • Überdosierung: >5.000 mg Fe/kg FM hemmt Methanogene (Fe³⁺ ist toxisch).

  • Monitoring: Regelmäßige ICP-Analyse von Fe, S und VFA.

Goldene Regel: „Weniger ist mehr“ – beginnend mit 200–500 mg Fe/kg Substrat.


6. Zukunftsperspektiven: Innovativer Einsatz von Eisen

  • Nanopartikel: Fe₃O₄-Nanopartikel steigern DIET um 50% (Studie der ETH Zürich, 2023).

  • Bioökonomie: Recycling von Eisen-Schlacken aus der Stahlindustrie als preiswerte Quelle.


FAQs – Häufige Fragen zu Eisen in Biogasanlagen

Q1: Wie oft soll Eisen dosiert werden?
A: Kontinuierlich oder täglich, abhängig von der Schwefellast.

Q2: Kann Eisen Phosphor ausfällen?
A: Ja, Fe³⁺ bildet mit Phosphat schwerlösliche Komplexe – bei Gülleeinsatz beachten!

Read More
trgs 529

TRGS 529 in Biogasanlagen: Vollständiger Leitfaden für sicheren Betrieb

Biogasanlagen sind unverzichtbar für die nachhaltige Energiegewinnung. Doch ihr Betrieb ist komplex: Methangas-Explosionen, toxische Gase wie Schwefelwasserstoff und der Umgang mit kritischen Spurenelementen erfordern höchste Sicherheitsstandards. Die TRGS 529 (Technische Regel für Gefahrstoffe 529) ist hier das zentrale Regelwerk – doch viele Betreiber unterschätzen ihre Details. Dieser Blogbeitrag erklärt, wie Sie Risiken minimieren, gesetzliche Vorgaben einhalten und Ihre Anlage zukunftssicher betreiben.


Was ist die TRGS 529? – Kurz erklärt

Die TRGS 529 konkretisiert das deutsche Gefahrstoffrecht für alle Biogasanlagen, unabhängig von ihrer Größe. Sie regelt:

  • Schutz vor Explosionen (z. B. durch Methan-Luft-Gemische)

  • Umgang mit toxischen Gasen (H₂S, NH₃) und Spurenelementen (Nickel, Selen)

  • Sichere Lagerung und Entsorgung von Gärresten

Ziel: Gesundheit von Mitarbeitern schützen, Umweltrisiken vermeiden und Betriebskontinuität gewährleisten.


Die 6 Säulen der TRGS 529 – So setzen Sie sie um

1. Gefährdungsbeurteilung: Die Basis für Sicherheit

Jeder Betreiber muss eine dokumentierte Risikoanalyse erstellen. Diese umfasst:

  • Identifikation aller Gefahrstoffe (Methan, Schwefelwasserstoff, Spurenelemente)

  • Explosionszonen-Klassifizierung (EX-Zonen nach ATEX)

  • Prozessanalyse (Wartung, Dosierung von Spurenelementen, Gärrestverarbeitung)

Tipp: Nutzen Sie Vorlagen der Berufsgenossenschaften oder beauftragen Sie einen externen Sachverständigen.


2. Technische Schutzmaßnahmen: Risiken an der Quelle stoppen

  • Explosionsschutz: ATEX-zertifizierte Elektrogeräte, Druckentlastungssysteme, gasdichte Leitungen.

  • Lüftungssysteme: Mechanische Absaugung in geschlossenen Räumen (z. B. bei H₂S-Konzentrationen).

  • Spurenelemente-Handling: Automatisierte Dosieranlagen im geschlossenen System, um Kontakt zu vermeiden; dicht verschlossene Lagerbehälter.


3. Organisatorische Maßnahmen: Klare Regeln, klare Sicherheit

  • Arbeitsanweisungen: Schriftliche Vorgaben für Wartungsarbeiten, Dosierung von Spurenelementen, Notfallprozeduren.

  • Freigabeverfahren: Genehmigungspflicht für Arbeiten in EX-Zonen („Arbeiten unter Gasgefahr“).

  • Dokumentation: Protokollierung aller Wartungen, Störfälle und Mitarbeiterschulungen.


4. Spurenelemente in Biogasanlagen: Fluch und Segen

Spurenelemente wie Kobalt, Nickel oder Selen optimieren die Fermentation – bergen aber Risiken:

Risiken im Überblick

  • Gesundheit: Hautkontakt oder Einatmen kann zu Allergien, Reizungen oder Langzeitschäden führen. Hautkontakt muss unbedingt vermieden werden, da selbst bei vermeintlich staubfreien Verpackungen Restrisiken bestehen.

  • Umwelt: Austritt in Boden/Gewässer belastet Ökosysteme.

TRGS-529-Vorgaben für Spurenelemente

  • Lagerung: Dicht verschlossene Behälter, gekennzeichnet mit Gefahrensymbolen.

  • Dosierung: Bevorzugung automatisierter Systeme im geschlossenen Kreislauf; bei manueller Handhabung PSA (Handschuhe, Atemschutz, Schutzbrille).

  • Entsorgung: Rückstände als gefährliche Abfälle gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).

Praxistipp: Führen Sie ein Logbuch über verwendete Spurenelemente und deren Mengen.


5. Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Die letzte Verteidigungslinie

  • Atemschutzmasken mit Gasfiltern (bei H₂S-Gefahr).

  • Explosionsgeschützte Kleidung in EX-Zonen.

  • Augen- und Hautschutz beim Umgang mit Spurenelementen.


6. Notfallmanagement: Vorbereitet sein rettet Leben

  • Alarmierung: Installieren Sie Gaswarngeräte mit automatischer SMS-/E-Mail-Benachrichtigung.

  • Evakuierungsplan: Klare Fluchtwege und Sammelstellen, regelmäßige Übungen.

  • Erste Hilfe: Schulung für Vergiftungen durch Schwefelwasserstoff oder Spurenelemente.


Folgen bei Nichtbeachtung der TRGS 529

Betriebsstilllegung
Behörden können Anlagen bei groben Verstößen sofort stilllegen.
Strafrechtliche Haftung
Bei Unfällen durch Fahrlässigkeit drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen.
Umweltschäden
Hohe Kosten durch Sanierung kontaminierter Böden oder Gewässer.

FAQ: Häufige Fragen zur TRGS 529

F1: Gilt die TRGS 529 auch für kleine Hofbiogasanlagen?
Ja, die Regelung ist anlagengrößenunabhängig. Auch kleine Anlagen müssen Explosionsschutz, Spurenelemente-Handling und Gefährdungsbeurteilung umsetzen.

F2: Wie oft müssen Mitarbeiter unterwiesen werden?
Mindestens einmal jährlich – bei Änderungen der Prozesse oder neuen Spurenelementen sofort.

F3: Sind Spurenelemente immer gefährlich?
Ihre Risiken hängen von der Dosierung, Handhabung und Maskierung ab. Die TRGS 529 gibt hier klare Grenzwerte vor.

Beispielsweise gibt es für Cobalt keine gesicherte Auslöseschwelle für Krebserkrankungen – hier empfiehlt sich der Umstieg auf weniger gefährliche Nährstofflösungen, die einige Hersteller speziell für Biogasanlagen anbieten. Man muss aber genau abwägen, welche Reaktionsgeschwindigkeit in der Biogasanlage benötigt wird und ob die angebotenen Lösungen im Budget liegen. 


TRGS 529 als Erfolgsfaktor nutzen

Die TRGS 529 ist kein Bürokratie-Hindernis, sondern ein Werkzeug für effizienten und sicheren Anlagenbetrieb. Durch ihre Umsetzung reduzieren Sie Ausfallzeiten, vermeiden Imageschäden und senken langfristig Betriebskosten.

Starten Sie jetzt durch:

  • Lassen Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung prüfen.

  • Investieren Sie in Schulungen und moderne Messtechnik.

  • Setzen Sie auf geschlossene Dosiersysteme oder alternative Nährstofflösungen, um Risiken durch Spurenelemente wie Cobalt zu minimieren.

Read More

Fachbeitrag: Wie funktionieren Gasdichtigkeitsprüfungen bei Biogasanlagen? Ein Blick auf die Rolle von Gaskameras

Biogasanlagen sind ein wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Energieproduktion und bieten Landwirten und Biogasanlagenbetreibern eine Möglichkeit, organische Abfälle in wertvolle Energie umzuwandeln. Eine der Hauptanforderungen für den sicheren und effizienten Betrieb einer Biogasanlage ist die Gewährleistung der Gasdichtigkeit. Gasdichtigkeitsprüfungen sind entscheidend, um Leckagen zu verhindern, die nicht nur wirtschaftliche Verluste verursachen können, sondern auch erhebliche Sicherheits- und Umweltgefahren darstellen. In diesem Beitrag beleuchten wir die Bedeutung von Gasdichtigkeitsprüfungen und die Rolle von Gaskameras in diesem Prozess.

Die Bedeutung der Gasdichtigkeit in Biogasanlagen

Biogas besteht hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid, wobei Methan ein potentes Treibhausgas ist. Eine undichte Anlage kann daher nicht nur zu finanziellen Einbußen führen, sondern auch die Umwelt erheblich belasten. Zudem besteht bei Methanaustritt Explosionsgefahr, was die Sicherheit von Personen in der Nähe der Anlage gefährden kann. Daher ist die regelmäßige Überprüfung der Gasdichtigkeit entscheidend.

Methoden zur Gasdichtigkeitsprüfung

Verschiedene Methoden stehen zur Verfügung, um die Gasdichtigkeit von Biogasanlagen zu überprüfen. Die Wahl der Methode hängt von der spezifischen Anlage, den verfügbaren Ressourcen und der gewünschten Genauigkeit der Prüfung ab.

  1. Druckverlustprüfung:
    Diese Methode basiert auf dem Prinzip der Drucküberwachung. Die Anlage oder der zu prüfende Anlagenteil wird mit einem bestimmten Druck beaufschlagt und dieser Druck über einen festgelegten Zeitraum überwacht. Ein Druckabfall weist auf eine mögliche Leckage hin.

  2. Seifenblasenprüfung:
    Diese einfache Methode wird häufig zur Lokalisierung von Leckagen verwendet. Eine Seifenlösung wird auf die Oberfläche der Anlage aufgebracht. An Stellen, an denen Gas austritt, bilden sich Seifenblasen, die das Leck sichtbar machen.

  3. Gasdetektoren:
    Elektronische Gasdetektoren können spezifische Gase in der Luft nachweisen. Sie sind tragbar und bieten eine schnelle Möglichkeit zur Erkennung von Leckagen.

  4. Gaskameras:
    Eine der fortschrittlichsten Methoden zur Leckagedetektion ist der Einsatz von Gaskameras. Diese Geräte ermöglichen die Visualisierung von Gasen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind.

Die Rolle von Gaskameras bei der Gasdichtigkeitsprüfung

Gaskameras nutzen Infrarottechnologie, um Gase sichtbar zu machen. Sie sind besonders nützlich bei der Überprüfung großer Anlagen oder schwer zugänglicher Bereiche.

Vorteile von Gaskameras:

  • Schnelligkeit und Effizienz: Gaskameras ermöglichen die schnelle und flächendeckende Überprüfung von Anlagen. Sie können große Bereiche in kurzer Zeit scannen und potenzielle Lecks sofort sichtbar machen.

  • Sicherheit: Die Verwendung von Gaskameras erfordert keinen direkten Kontakt mit der Anlage, was das Risiko für das Prüfpersonal minimiert. Da Methan in hohen Konzentrationen explosiv sein kann, bietet die berührungslose Untersuchung zusätzliche Sicherheit.

  • Präzision: Gaskameras liefern genaue visuelle Darstellungen von Lecks, was die genaue Bestimmung der Leckagequelle erleichtert. Dies ist besonders hilfreich bei der Planung von Reparaturen.

  • Dokumentation: Die von Gaskameras erfassten Bilder und Videos können für die Dokumentation und Berichterstattung verwendet werden. Dies ist nützlich für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und für Versicherungszwecke.

Einsatz von Gaskameras: Praktische Überlegungen

  1. Auswahl der richtigen Kamera:
    Bei der Auswahl einer Gaskamera sollten Faktoren wie die Detektionsempfindlichkeit, die Auflösung der Kamera und die spezifischen Anforderungen der Anlage berücksichtigt werden.

  2. Schulung und Bedienung:
    Die Bedienung von Gaskameras erfordert Schulung, um sicherzustellen, dass das Personal die Geräte korrekt verwendet und interpretiert. Viele Hersteller bieten Schulungsprogramme an, die den optimalen Einsatz der Technologie vermitteln.

  3. Regelmäßige Wartung:
    Wie alle technischen Geräte benötigen auch Gaskameras regelmäßige Wartung, um ihre Funktionalität zu gewährleisten. Dies umfasst Kalibrierungen und Software-Updates.

Herausforderungen und Lösungen

Obwohl Gaskameras viele Vorteile bieten, gibt es auch Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen:

  • Kosten: Die Anschaffungskosten für Gaskameras können hoch sein. Eine Kosten-Nutzen-Analyse kann jedoch zeigen, dass sich die Investition durch die Vermeidung von Gasverlusten und die Verbesserung der Sicherheit schnell amortisiert.

  • Umgebungsbedingungen: Extreme Wetterbedingungen oder raues Terrain können die Nutzung von Gaskameras beeinträchtigen. In solchen Fällen sollten alternative oder ergänzende Prüfmethoden in Betracht gezogen werden.

Fazit

Die Gasdichtigkeitsprüfung ist ein wesentlicher Bestandteil des Betriebs von Biogasanlagen. Der Einsatz von Gaskameras stellt eine innovative und effektive Methode dar, um Leckagen schnell und präzise zu erkennen. Für Landwirte und Biogasanlagenbetreiber bedeutet dies nicht nur eine Verbesserung der Sicherheit und Effizienz, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz durch die Reduzierung von Methanemissionen.

Es ist unerlässlich, dass Betreiber von Biogasanlagen regelmäßig Schulungen zu den neuesten Technologien und Methoden erhalten und die richtigen Werkzeuge für die Prüfung der Gasdichtigkeit einsetzen. So können sie nicht nur die Leistung ihrer Anlagen optimieren, sondern auch ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht werden.

Wir hoffen, dass dieser Beitrag Ihnen einen umfassenden Einblick in die Bedeutung und die Methoden der Gasdichtigkeitsprüfung gegeben hat, falls Sie eine Dichtigkeitsprüfung via GasCam wünschen, melden Sie sich bei uns.

Read More
Zeolith

Zeolith und seine Wirkung im Biogasprozess: Ein Potenzial für Landwirte und Biogasanlagenbetreiber

Die Erzeugung von Biogas stellt eine bedeutende Möglichkeit dar, erneuerbare Energien zu produzieren und zugleich landwirtschaftliche Abfälle sowie andere organische Materialien nachhaltig zu nutzen. Doch wie in vielen technischen Prozessen gibt es auch im Biogasbereich Herausforderungen und Optimierungspotenziale, die es zu erschließen gilt. Ein vielversprechender Ansatz ist die Verwendung von Zeolithen. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen als Landwirte und Betreiber von Biogasanlagen die Eigenschaften und Vorteile von Zeolithen im Biogasprozess näherbringen.

Was ist Zeolith?

Zeolithe sind natürlich vorkommende Aluminosilikat-Mineralien, die durch ihre besondere kristalline Struktur gekennzeichnet sind. Diese Struktur verleiht ihnen einzigartige physikalische und chemische Eigenschaften, darunter die Fähigkeit zur Ionenaustausch, Adsorption und Katalyse. Zeolithe können sowohl natürliche als auch synthetische Ursprünge haben und werden in verschiedenen Industrien, wie etwa der Wasseraufbereitung, der Petrochemie und jetzt auch verstärkt in der Biogasproduktion, eingesetzt.

Die Rolle von Zeolith im Biogasprozess

Verbesserung der Prozessstabilität

Einer der wesentlichen Vorteile von Zeolithen im Biogasprozess ist ihre Fähigkeit, die Stabilität des anaeroben Fermentationsprozesses zu verbessern. Zeolithe können überschüssige Ammonium- und Schwermetallionen aufnehmen, die sonst die mikrobiellen Gemeinschaften im Fermenter hemmen könnten. Durch die Reduzierung solcher Hemmstoffe wird die Effizienz der Biogasproduktion erhöht, was zu einem stabileren und kontinuierlicheren Betrieb führt.

Erhöhung der Methanausbeute

Zeolithe tragen zur Erhöhung der Methanausbeute bei, indem sie als Katalysatoren im Prozess wirken. Sie fördern die Bildung von Methan durch die Verbesserung der Bedingungen, unter denen methanogene Bakterien arbeiten. Dies bedeutet nicht nur einen höheren Energieertrag, sondern auch eine effizientere Nutzung der eingesetzten Substrate.

Verbesserung der Substratverwertung

Ein weiteres bedeutendes Potenzial von Zeolithen liegt in ihrer Fähigkeit, die Substratverwertung zu verbessern. Durch ihre hohe Adsorptionsfähigkeit können Zeolithe schwer abbaubare Verbindungen binden und deren Verfügbarkeit für Mikroorganismen erhöhen. Dies führt zu einer gründlicheren Zersetzung der organischen Materialien und damit zu einer höheren Biogasausbeute.

Praktische Anwendung von Zeolith in Biogasanlagen

Dosierung und Integration

Die effektive Nutzung von Zeolith in Biogasanlagen erfordert eine sorgfältige Planung und Dosierung. Die Menge und Art des Zeoliths, die in den Fermenter eingebracht werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des eingesetzten Substrats, der Fermentertyp und die Betriebsbedingungen. Eine gängige Praxis ist die Zugabe von 1-5% Zeolith bezogen auf die Trockensubstanz des Substrats. Es ist ratsam, vor der Implementierung von Zeolithen in Ihrer Anlage Tests durchzuführen, um die optimale Dosierung zu ermitteln.

Wirtschaftliche Überlegungen

Die Investition in Zeolith kann sich durch die gesteigerte Methanausbeute und die verbesserte Prozessstabilität schnell amortisieren. Es ist wichtig, die Kosten für die Anschaffung und den Einsatz von Zeolithen gegen die potenziellen Einsparungen durch höhere Energieerträge und geringere Betriebsausfälle abzuwägen. Zudem gibt es Möglichkeiten, gebrauchte Zeolithe zu regenerieren oder in anderen Prozessen, wie der Bodenverbesserung, weiterzuverwenden, was zusätzliche wirtschaftliche Vorteile bieten kann.

Herausforderungen und Zukunftsaussichten

Technologische Herausforderungen

Trotz der zahlreichen Vorteile gibt es auch Herausforderungen bei der Implementierung von Zeolithen in Biogasanlagen. Eine davon ist die richtige Auswahl des Zeolithtyps, da verschiedene Zeolithe unterschiedliche Eigenschaften und Effekte im Fermentationsprozess haben können. Zudem kann die Entsorgung oder Wiederverwendung von gesättigten Zeolithen eine Herausforderung darstellen, die es zu bewältigen gilt.

Forschung und Entwicklung

Ein Forschungsprojekt der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) befasst sich mit dem Einsatz von Zeolith zur Erhöhung der Effizienz der Biogaserzeugung und zur Minderung der Stickstoffverluste in die Umwelt bei der Düngenutzung. Ziel des Projekts ist es, die Attraktivität der Vergärung von Gülle und anderen Wirtschaftsdüngemitteln durch den Einsatz von Zeolith zu steigern. Dabei sollen die besten Zeolithtypen und Aufwandmengen ausgewählt sowie Prozessoptimierungen auf Basis kontinuierlicher und großtechnischer Versuche durchgeführt werden. Das Projekt läuft vom 15. Mai 2023 bis zum 14. Mai 2026.

Fazit

Zeolithe bieten eine vielversprechende Möglichkeit, die Effizienz und Nachhaltigkeit von Biogasanlagen zu verbessern. Durch ihre Fähigkeit, die Prozessstabilität zu erhöhen, die Methanausbeute zu steigern und die Substratverwertung zu optimieren, können Zeolithe einen entscheidenden Beitrag zur Optimierung Ihrer Biogasanlage leisten. Die Investition in Zeolithe erfordert zwar eine gewisse Anfangsinvestition und Planung, jedoch können die langfristigen Vorteile sowohl ökologisch als auch ökonomisch erheblich sein. Wir ermutigen Sie, sich mit diesem Thema weiter auseinanderzusetzen und die Möglichkeiten zu prüfen, wie Zeolithe in Ihrer Anlage eingesetzt werden können, um die Biogasproduktion zu maximieren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Read More
activated-charcoal

Aktivkohle in Biogasanlagen: Ein unverzichtbarer Bestandteil für Effizienz und Umweltschutz

In den letzten Jahrzehnten hat der Einsatz von Biogasanlagen in der Landwirtschaft erheblich zugenommen. Diese Anlagen bieten nicht nur eine nachhaltige Möglichkeit zur Energieerzeugung, sondern auch zur Verwertung organischer Abfälle. Doch trotz ihrer Vorteile stehen Betreiber von Biogasanlagen vor der Herausforderung, die Effizienz der Gasproduktion zu maximieren und dabei gleichzeitig Umweltauflagen zu erfüllen. In diesem Kontext spielt Aktivkohle eine entscheidende Rolle. In diesem Beitrag werden wir die vielseitigen Funktionen und Vorteile von Aktivkohle in Biogasanlagen beleuchten und aufzeigen, warum sie für einen erfolgreichen Betrieb unerlässlich ist.

Die Rolle der Aktivkohle in Biogasanlagen

1. Gasreinigung und -aufbereitung:

Biogas besteht hauptsächlich aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2), enthält jedoch auch Spuren von Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Siloxanen und anderen Verunreinigungen. Diese können nicht nur die Effizienz der Energieerzeugung verringern, sondern auch Schäden an den technischen Komponenten der Anlage verursachen. Aktivkohle wird in der Biogasanlage vor allem zur Entfernung dieser unerwünschten Stoffe eingesetzt. Durch ihr hohes Adsorptionsvermögen kann Aktivkohle Schwefelwasserstoff und andere schädliche Gase effektiv binden, was die Qualität des produzierten Biogases erhöht.

2. Schutz der Anlage:

Die im Rohbiogas enthaltenen Verunreinigungen können zu Korrosion und Ablagerungen in den nachfolgenden Anlagenteilen führen, wie etwa in den Motoren, Turbinen oder Membranen von Gasaufbereitungssystemen. Dies führt nicht nur zu erhöhten Wartungs- und Reparaturkosten, sondern kann auch die Lebensdauer der gesamten Anlage verkürzen. Der Einsatz von Aktivkohle als Filtermedium hilft, diese Probleme zu minimieren und den reibungslosen Betrieb der Anlage zu gewährleisten.

3. Verbesserung der Energieeffizienz:

Die Entfernung von Schwefelwasserstoff und anderen Verunreinigungen durch Aktivkohle trägt zur Verbesserung der Verbrennungseigenschaften des Biogases bei. Ein sauberes Biogas verbrennt effizienter, was zu einer höheren Energieausbeute führt. Dies ist besonders wichtig für Anlagenbetreiber, die auf eine maximale Energiegewinnung zur Deckung ihrer eigenen Bedürfnisse oder zur Einspeisung ins Netz angewiesen sind.

Umweltvorteile und gesetzliche Anforderungen

1. Emissionsminderung:

Die Reduktion von Schwefelwasserstoff durch Aktivkohle trägt wesentlich zur Verringerung von Schwefeldioxidemissionen bei, die bei der Verbrennung von Biogas entstehen können. Schwefeldioxid ist ein bedeutender Luftschadstoff, der zur Bildung von saurem Regen und zur Schädigung von Pflanzen und Gebäuden beiträgt. Durch den Einsatz von Aktivkohle leisten Betreiber von Biogasanlagen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

2. Einhaltung gesetzlicher Vorschriften:

Biogasanlagen unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich ihrer Emissionen und der Qualität des produzierten Gases. Aktivkohle hilft dabei, diese Anforderungen zu erfüllen, indem sie die Konzentration schädlicher Gase im Biogas reduziert. Betreiber, die in die Installation und Wartung von Aktivkohlesystemen investieren, können sicherstellen, dass sie die geltenden Umweltauflagen einhalten und so rechtliche Probleme vermeiden.

Wirtschaftliche Aspekte

1. Kosten-Nutzen-Verhältnis:

Zwar entstehen durch den Einsatz von Aktivkohle in Biogasanlagen zusätzliche Kosten, doch die langfristigen Einsparungen durch geringere Wartungsarbeiten, verlängerte Lebensdauer der Anlagenkomponenten und eine höhere Energieausbeute überwiegen diese bei weitem. Betreiber sollten die Investition in hochwertige Aktivkohle als eine Maßnahme zur Sicherung ihres Geschäftserfolgs betrachten.

2. Verlängerung der Anlagenlebensdauer:

Durch die effektive Entfernung von korrosiven und schädlichen Gasen trägt Aktivkohle dazu bei, die Lebensdauer der gesamten Biogasanlage zu verlängern. Dies ist besonders für Landwirte und Betreiber von kleineren Anlagen von Vorteil, die auf eine lange Nutzungsdauer ihrer Investitionen angewiesen sind.

Auswahl und Einsatz von Aktivkohle

1. Arten von Aktivkohle:

Es gibt verschiedene Arten von Aktivkohle, die sich in ihrer Porenstruktur und ihrer Adsorptionskapazität unterscheiden. Bei der Auswahl der richtigen Aktivkohle für eine Biogasanlage sollte auf die spezifischen Anforderungen der Anlage geachtet werden. Einige Kohlen sind speziell für die Entfernung von Schwefelwasserstoff optimiert, während andere für die Bindung von Ammoniak oder Siloxanen ausgelegt sind.

2. Betrieb und Wartung:

Der Betrieb eines Aktivkohlesystems erfordert regelmäßige Überwachung und Wartung, um sicherzustellen, dass die Kohle ihre Adsorptionsfähigkeit nicht verliert. Der Austausch der Aktivkohle sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, basierend auf den Betriebserfahrungen und den Ergebnissen der Gasanalysen. Eine gut gewartete Aktivkohleanlage garantiert eine kontinuierlich hohe Gasqualität und schützt die nachfolgenden Systeme.

Fazit

Aktivkohle ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Biogasanlagen. Sie verbessert die Gasqualität, schützt die technische Infrastruktur der Anlage und trägt zur Einhaltung gesetzlicher Umweltvorschriften bei. Trotz der anfänglichen Kosten für die Installation und den Betrieb von Aktivkohlesystemen überwiegen die langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile deutlich. Betreiber von Biogasanlagen sollten daher die Investition in hochwertige Aktivkohle als essenziellen Bestandteil ihrer Strategie zur Steigerung der Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Anlagen betrachten.

Durch den bewussten Einsatz von Aktivkohle können Landwirte und Biogasanlagenbetreiber nicht nur ihre eigenen wirtschaftlichen Ziele erreichen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur Förderung erneuerbarer Energien leisten. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und Optimierung von Aktivkohlesystemen wird auch in Zukunft eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Herausforderungen der Energieerzeugung aus Biogas erfolgreich zu meistern.

Unser Service für Sie.

Read More
aktivkohlefilter biogasanlage

Fachbeitrag: Entleerung, Entsorgung und Befüllung von Aktivkohlefiltern in Biogasanlagen

Biogasanlagen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Landwirtschaft und Energiewirtschaft. Sie ermöglichen es, organische Abfälle in wertvolle Energie umzuwandeln und tragen damit zur Nachhaltigkeit und Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe bei. Ein zentraler Bestandteil dieser Anlagen ist der Aktivkohlefilter, der entscheidend zur Reinigung und Qualität des erzeugten Biogases beiträgt. In diesem Fachbeitrag möchten wir uns auf die Themen Entleerung, Entsorgung und Befüllung von Aktivkohlefiltern konzentrieren und Ihnen, als Landwirte und Betreiber von Biogasanlagen, wertvolle Informationen und Handlungsempfehlungen an die Hand geben.

Bedeutung des Aktivkohlefilters in Biogasanlagen

Aktivkohlefilter werden in Biogasanlagen eingesetzt, um Schwefelwasserstoff (H₂S) aus dem Biogas zu entfernen. Schwefelwasserstoff ist ein toxisches Gas, das die Qualität des Biogases erheblich beeinträchtigen und die Anlagentechnik, insbesondere Motoren und Turbinen, korrodieren kann. Durch die Nutzung von Aktivkohlefiltern wird das Biogas gereinigt, was zu einer höheren Energieeffizienz und einer längeren Lebensdauer der Anlagentechnik führt.

Entleerung des Aktivkohlefilters

Die Entleerung des Aktivkohlefilters ist ein wichtiger Wartungsschritt, der regelmäßig durchgeführt werden muss, um die Effizienz der Biogasanlage zu gewährleisten. Die Notwendigkeit zur Entleerung ergibt sich aus der Sättigung der Aktivkohle mit Schwefelverbindungen. Sobald die Kapazität der Aktivkohle erschöpft ist, kann der Filter seine Funktion nicht mehr erfüllen.

Schritte zur Entleerung

  1. Sicherheitsvorkehrungen treffen: Vor Beginn der Entleerung müssen alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Dies umfasst das Tragen von Schutzkleidung und Atemschutzmasken, da beim Entleeren des Filters Schwefelverbindungen freigesetzt werden können.

  2. Anlage abschalten: Stellen Sie sicher, dass die Biogasanlage abgeschaltet und drucklos ist, um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten.

  3. Stickstoffspülung durchführen: Spülen Sie die gebrauchte Aktivkohle vor der Entleerung mit Stickstoff, um das Risiko von Schwefelverbindungen in der Luft zu minimieren.

  4. Filter öffnen und entleeren: Öffnen Sie den Filter vorsichtig und entnehmen Sie die verbrauchte Aktivkohle. Verwenden Sie geeignete Werkzeuge, um die Kohle ohne größere Staubbildung zu entfernen.

    Entsorgung der verbrauchten Aktivkohle

    Die Entsorgung der verbrauchten Aktivkohle muss gemäß den gesetzlichen Vorschriften erfolgen, da sie Schwefelverbindungen enthält und als Sondermüll eingestuft werden kann. Eine unsachgemäße Entsorgung kann Umwelt- und Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

    Schritte zur Entsorgung

    1. Vorbereitung und Verpackung: Sammeln Sie die verbrauchte Aktivkohle in zugelassenen Behältern. Diese sollten luftdicht verschlossen und korrekt gekennzeichnet sein.

    2. Transport und Entsorgung: Beauftragen Sie ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen mit dem Transport und der fachgerechten Entsorgung der Aktivkohle. Achten Sie darauf, dass alle Transportpapiere korrekt und vollständig sind.

    3. Dokumentation: Führen Sie eine umfassende Dokumentation der Entsorgung durch, um im Falle von Kontrollen alle erforderlichen Nachweise erbringen zu können.

    Befüllung des Aktivkohlefilters

    Die Befüllung des Aktivkohlefilters ist der letzte Schritt im Wartungsprozess und muss mit Sorgfalt durchgeführt werden, um die optimale Funktion des Filters zu gewährleisten.

    Auswahl der Aktivkohle

    Wählen Sie eine hochwertige Aktivkohle, die speziell für die Entfernung von Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen geeignet ist. Achten Sie auf die Herstellerangaben zur Kapazität und Lebensdauer der Kohle.

    Schritte zur Befüllung

    1. Filter vorbereiten: Stellen Sie sicher, dass der Filter sauber und trocken ist, bevor Sie ihn mit neuer Aktivkohle befüllen.

    2. Aktivkohle einfüllen: Füllen Sie die Aktivkohle gleichmäßig in den Filter ein. Achten Sie darauf, die Kohle nicht zu verdichten, da dies den Gasdurchsatz behindern könnte.

    3. Filter verschließen: Verschließen Sie den Filter sorgfältig und prüfen Sie, ob alle Dichtungen intakt sind, um Leckagen zu vermeiden.

    4. Anlage in Betrieb nehmen: Nach der Befüllung des Filters und dem Schließen sollten zunächst alle Gaswerte überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den erforderlichen Standards entsprechen. Erst wenn alle Werte passen, kann der Motor angeschaltet werden. Manche Betreiber lassen den Motor über einen Bypass weiterlaufen, bis die Gaswerte stabil sind.

      Wartungsintervalle und Überwachung

      Regelmäßige Wartung und Überwachung der Aktivkohlefilter sind entscheidend für den reibungslosen Betrieb Ihrer Biogasanlage. Legen Sie Wartungsintervalle basierend auf den Herstellervorgaben und den spezifischen Betriebsbedingungen Ihrer Anlage fest. Nutzen Sie Sensoren zur Überwachung der H₂S-Konzentration im Biogas, um rechtzeitig auf einen Sättigungszustand der Aktivkohle reagieren zu können.

      Fazit

      Die professionelle Handhabung von Entleerung, Entsorgung und Befüllung von Aktivkohlefiltern ist für die Effizienz und Langlebigkeit Ihrer Biogasanlage unerlässlich. Durch die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen, die Beauftragung qualifizierter Entsorgungsunternehmen und die Verwendung hochwertiger Aktivkohle können Sie den Betrieb Ihrer Anlage optimieren und zugleich Umwelt- und Gesundheitsstandards erfüllen.

      Wir hoffen, dass dieser Fachbeitrag Ihnen wertvolle Einblicke und praktische Empfehlungen für den Umgang mit Aktivkohlefiltern in Ihrer Biogasanlage bietet. Sollten Sie weitere Fragen haben oder spezifische Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, sich an uns zu wenden.

      Unser Service für Sie.

      Read More

      Komposte, Gärreste und Humus

      Die Basis aller agrarischen Prozesse in Böden und Biomassen

      Mikroorganismen

      Wie kann das Bodenleben durch Kompost unterstützt werden?

      Der agrarische Wert von Restbiomassen und tierischer „Endprodukte“ wird üblicherweise nur im Hinblick auf ihren Nährstoffgehalt beurteilt (sog. „Wirtschaftsdünger“). Im Hinblick auf den Erhalt, bzw. Aufbau fruchtbarer Agrarböden ist aber auch die Zufuhr von Dauerhumus mindestens genauso wichtig. Er ist der große Nährstoffspeicher, biochemische Puffer und optimale Nährstoffvermittler für die bodenbiologischen Prozesse, ohne den im Boden nichts so richtig läuft.

       

      Genau hier können Komposte einen wichtigen Beitrag leisten.

      • Wie hängen Kompost und Bodenhumus zusammen?
      • Wie bestimmt das C/N-Verhältnis die Qualität von Komposten?
      • Warum entwickeln sich Komposte besser und schneller, wenn man alten Kompost (oder Torf oder Leonardit) zum frischen Kompostmaterial (Rohhumus) beimischt?

      Der gesunde Boden

      Die Umgebungsbedingungen im Boden (das sog. Milieu):

      • Hoher Sauerstoffgehalt  aerobe Mikroorganismen dominieren
      • moderate Temperaturen
      • pH-Wert: um 7
      • Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis in fruchtbaren Böden: C/N 12:1
      • Der Stickstoff ist dabei zu 95% organisch gebunden!

       

      Zusammensetzung des sog. Bodenlebens:

      zu 90% Mikroorganismen: 60% Pilze, 30% Bakterien, Rest höhere Organismen (Regenwurm).

       

      Gehalt an lebender mikrobieller Biomasse: 

      10-15 Tonnen/Hektar entspricht umgerechnet der Biomasse von ca. 150 Menschen/Hektar.

       

      „Bevor diese „Bodenmannschaft“ nicht gut versorgt ist, bleibt für die Nährstoffversorgung von höheren Pflanzen wenig übrig!

       

      Humuszehrung:

      Ca. 2% der im Boden vorhandenen Humusmenge werden pro Jahr als Nahrung von den Mikroorganismen abgebaut.

      Erst dadurch werden die im Humus vorhandenen organisch gebundenen Nährstoffe mineralisiert und sind dann in wasserlöslicher Form verfügbar für die Versorgung höherer Pflanzen!

       

      Um die Gesamtmenge an Humus im gesunden Boden zu erhalten, muss also entsprechend kontinuierlich neue Biomasse zugeführt werden (sog. dynamisches Gleichgewicht).

       

      Beim Aufbau humusarmer Böden muss entsprechend mehr Biomasse zugeführt werden.

       

      Gesunder Kompost

      Dieser stellt nicht nur eine ausgewogen zusammengesetzte Nahrung für die aerobe Mikrobiologie des Bodens bereit, sondern trägt in Form von Dauerhumus auch zu wichtigen Bodenfunktionen bei.

       

      Ähnlich wie bei der menschlichen Nahrung sind u.a. wesentlich:

      • Kohlenstoff C: für die Lebensenergie („Kohlenhydrate“)
      • Stickstoff N: für Körpermasse und Vermehrung (Proteine /Eiweiß). 

      Der Stickstoffgehalt bestimmt damit den erreichbaren Gehalt an Mikroorganismen in Boden und Komposten.

       

      Funktionen des Dauerhumus

      • hochwirksamer Nährstoffspeicher und biochemischer Puffer
      • hochwirksamer Nährstoffvermittler vom Speicher zum mikrobiellen Bodenleben (verbessert die Nährstoffnutzung)

       

      Selbst wenn man in der Landwirtschaft nur mit Kunstdünger arbeiten würde, so bräuchte man wegen dieser beiden Funktionen trotzdem einen humusreichen Boden!

       

      C/N Verhältnisse:

      Biomassen mit Kohlenstoffüberschuss

      Sägemehl > 100:1

      Stroh ca.100:1

      NaWaRo-Ausgangsmaterial (Mais, Getreide) > 50:1

       

      Biomassen mit weitgehend ausgeglichener C/N Bilanz

      Komposte rein pflanzlich ca. 30:1

      Grünschnitt ca. 20:1

      Festmist, reif ca. 20-10:1

      Biomüllkomposte ca. 15-10:1

      fruchtbarer Agrarboden ca. 12:1

       

      Biomassen mit Stickstoffüberschuss (Dünger):

      Güllen (Rind) ca. 10:1

      NaWaRo Gärrest ca. 8:1

      Speiserest-Gärreste ca. 3:1

      (Ein Teil des Stickstoffs liegt dabei mineralisch als Ammonium vor.)

       

      Kompostieren: Absenken hoher C/N-Werte auf 30:1 und weniger

       

      C/N – Senkung durch mikrobiellen Abbau von Kohlenstoff

      z.B. bei einfachen Komposthaufen. Je nach Sauerstoffbilanz entstehen CO2 und Methan.

      Biogasanlagen sind für einen möglichst effektiven Kohlenstoffabbau zur Methanerzeugung ausgelegt (C/N < 10)

       

      C/N-Senkung durch Zufuhr von Stickstoff

      Das Kompostausgangsmaterial soll dadurch bereits von Anfang an ein ausgeglicheneres C/N-Verhältnis im Bereich 30:1 bis 12:1 aufweisen. Die Mikroorganismen entwickelt sich wesentlich stärker als im obigen Fall, die Humusbildung läuft intensiver ab unter Bildung von Dauerhumus und Huminsäuren. Es bleibt ein deutlich größerer Teil der Kompostmasse erhalten!

       

      Kompostieranleitungen aus den früheren Zeiten sind alle gekennzeichnet durch den Kampf um Stickstoff (und andere Nährstoffe). Die zugegebenen Nährstoffe werden bei richtiger Dosierung weitgehend organisch in Form mikrobiellen Biomasse gebunden. (Diese Strategie funktioniert auch mit ammonium-basiertem Kunstvolldünger)

       

      Beispiel: Festmist, Kompoststall:

      Gemeinsame anaerobe Kompostierung von pflanzlicher Einstreu (Stroh, Sägemehl, Torf) und stickstoffreichen tierischen Exkrementen.

      Ergebnis: Hohes Dauerhumuspotential für einen effizienten Bodenaufbau (neben hohem Nährstoffgehalt).

      Das getrennte Ausbringen von Gülle und Stroh auf Böden liefert interessanterweise keinen besonderen Beitrag zum Dauerhumus und direkten Bodenaufbau (reiner Nährhumus).

       

      Beispiel: Biogasgärreste

      Vielfach werden Biogasgärreste mit ihrem Stickstoffüberschuss direkt in den Boden eingebracht.

      In der heutigen Zeit wäre eine gemeinsame Kompostierung von Biogasgärresten mit pflanzlichem Rohhumus eine sinnvolle Kombination. Durch die gemeinsame Kompostierung wird auch der

      Ligninüberschuss pflanzlicher Gärreste effektiver in Dauerhumus umgesetzt.

      Humusbildung im Komposthaufen

      kompost

      Was läuft bei der Humusbildung (Humifizierung der Biomasse) im Komposthaufen ab?

       

      Mikroorganismengesellschaften (sog. Mikrobiome) sind sehr artenreich. Welche Mikroorganismen in Boden und Kompost dominieren und welche Eigenschaften damit die Komposte haben, hängt eben nicht nur vom Ausgangsmaterial ab, sondern vor allem auch vom Milieu in der „Reaktionszone“ des Komposthaufens ab (u.a. Luftzufuhr, Temperaturverteilung

      etc. je nach Mietenaufbau)

       

      Das pflanzliche Startmaterial/Rohhumus dient als erste Nahrung für die Mikroorganismen, die sich dabei vermehren. Im Laufe der Zeit verschiebt sich allerdings zunehmend die Zusammensetzung des Kompostmaterials, weil:

       

      Mikroorganismen werden nicht nur geboren, sondern sie sterben auch.

       

      Ihre Überreste und Stoffwechselprodukte dienen nun ihrerseits wiederum als Humusnahrung für die lebenden Mikroorganismen. Dieser Prozess von Vermehren und Absterben läuft über viele mikrobielle Stufen. Im fortgeschrittenen Stadium der Kompostierung hat man es also nicht

      mehr mit einem Pflanzenhumus, sondern vor allem mit einem Mikrobenhumus zu tun.

       

      Landläufig wird dieser Prozess als Zersetzung, Vererdung oder Humifizierung des Kompostmaterials bezeichnet. Im Lauf der Zeit bilden sich dabei auch die besonders bioaktiven Huminsäuren. Alter Dauerhumus (mehrere Jahre) ist deshalb besonders wertvoll.

       

      Eine besonders intensive Humusbildung erfolgt in Komposten durch erzwungene Milieuwechsel:

       

      Dies geschieht z.B. beim Umsetzen klassischer Komposthaufen:

      Dadurch wird das (meist anaerob) in Rotte befindliche Material homogen gemischt, die Komposttemperatur sinkt, das Material wird intensiv belüftet. Dieser Umwandlungsprozess ist besonders stoffwechselaktiv und beschleunigt die Humifizierung.

       

      Bisher dominierende Mikroorganismen sterben in kurzer Zeit ab und liefern einen Nahrungsschub zum Aufbau neuer, besser angepasster Mikrobiome.

       

      Es baut sich im Kompost ein aerobes Mikrobiom auf, das unmittelbar mit aeroben Bodenverhältnissen harmoniert.

       

       

      Unterschied der Humusbildung in Böden und Komposten

       

      Bei normalen Mineralböden beträgt der Humusanteil (oTS) einige Prozent.

      Im natürlichen Vegetationsrhythmus erfolgt eine kontinuierliche Zufuhr von frischer Biomasse.

       

      In Zusammenspiel mit der Humuszehrung durch die Mikroorganismen führt dies zu einer zeitlich stabilen Zusammensetzung des Humus aus unterschiedlich alten Humusanteilen (frischer Rohhumus bis einige Jahrzehnte alter Dauerhumus).

       

      Damit sind wiederum beste Voraussetzungen für stabile mikrobielle Abläufe im Boden gegeben.

       

      Beim Kompostieren sind Verhältnisse (meist) anders:

       

      Oft erfolgt ein einmaliger Ansatz der Kompostmiete und alle Bestandteile altern einheitlich.

      Die Zusammensetzung des Komposthumus ändert sich also kontinuierlich.

       

      Zeit ist dabei ein wichtiger Einflussfaktor für die Humusqualität. Verschiedene Erfahrungswerte aus der professionellen Gärtnerei und der Sanierung degenerierter Böden signalisieren, dass vor allem alte (reife) Komposte mit ihren Huminsäuren zu gesteigerter Bodenfruchtbarkeit führen

      (sog. Bodenaktivatoren).

       

      Eine typische Zeitspanne für die Entwicklung von besonders bioaktivem Dauerhumus scheint ca. 4-5 Jahre zu sein.

       

      Sind beschleunigter Bodenaufbau und Kompostierung möglich?

       

      Ein früher oft praktiziertes Verfahren ist die Zugabe einer kleinen Menge von altem Kompost (Reifezeit mehrere Jahre).

       

      Weitere potente Dauerhumusquellen sind:

      – Torf (siehe Torfkompostanleitung aus dem Jahre 1944)

      – Leonardit

       

      Insbesondere Leonardit und seine Abkömmlinge werden seit langer Zeit weltweit für agrarische Zwecke eingesetzt (außer in Mitteleuropa). Selbst bei der Kultivierung von Wüsten und Steppen gelingt damit in überschaubaren Zeiten ein agrarisch nutzbarer Bodenaufbau. Die einschlägigen Huminprodukte kann man schiffsladungsweise in China einkaufen.

       

      Gesteigerte Biogaserzeugung durch Humus:

       

      Erfahrungsgemäß führt die Zugabe von geringen Mengen an Huminsäuren (gewonnen aus Leonardit) in vielen Fällen zu einer effizienteren Biogaserzeugung und einem stabilen Prozessverlauf. Es sollte daher nicht überraschen, wenn man durch Zugabe einer vergleichsweise geringen Menge von altem Humus zum Futter einer Biogasanlage ebenfalls eine Leistungssteigerung erreicht (ca. 1m³ reifer Kompost auf 100m³ Futter).

      Autor: Dr.Lutz Pickelmann
      Webseiten:         
      https://www.chiemseemoor.de
      https://www.agro-kolloide.de/

      Read More

      Mit der Fluoreszenzmikroskopie den Ausfall der Biogasanlage verhindern

      Biogasanlagen bieten beste Voraussetzungen, um aus Gülle Biogas zu erzeugen und aus dem Gärrest einen ökologisch gut verwertbaren Dünger zu gewinnen. In der modernen Tierhaltung ist jedoch der Einsatz von antibakteriellen Wirkstoffen oder Arzneimitteln zur Sicherung der Tiergesundheit und Hygiene manchmal unerlässlich. Diese Wirkstoffe dürfen nicht in zu großen Mengen in die Biogasanlage gelangen, denn hier entfalten sie ihre antibakterielle und hemmende Wirkung auf die im Fermenter lebenden Mikroorganismen. Dies bremst die Gärtätigkeit und verlangsamt und mindert die Gasproduktion und -qualität. Im schlimmsten Fall kommt der Gärprozess zum Erliegen und das Fermentermaterial muss ausgetauscht werden. Der wirtschaftliche Schaden kann bei großen Anlagen mehrere 10.000 Euro betragen. Um dies zu vermeiden, können Substrate oder Güllen, bei denen ein Verdacht auf das Vorhandensein von Hemmstoffen besteht, im Labor mittels Fluoreszenzmikroskopie untersucht werden. Auch die mikrobielle Zusammensetzung des Fermentermaterials kann unter Abgleich der Inputstoff-Zusammensetzung mit Referenzanlagen verglichen werden. Abweichungen können frühzeitig identifiziert und gezielte Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden.

       

      Exkurs: Welche Mikroorganismen sind an der Bildung von Biogas und Methan beteiligt?

       

      Der Abbau von Biomasse erfolgt durch eine Vielzahl von Mikroorganismen auf unterschiedlichen Stoffwechselwegen bis zur vollständigen Umsetzung zu Kohlendioxid und Methan. Die beteiligten Mikroorganismen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Die Gruppe 1 besteht aus Bakterien, die für den Abbau von hochmolekularen Verbindungen wie Zellulose und für die Vergärung von niedermolekularen Verbindungen wie Zuckern zu organischen Säuren verantwortlich sind. Organismen dieser Gruppe machen mit 75 bis 95 % den Hauptanteil aller Mikroorganismen im Biogas-Fermenter aus und werden als Zellulose-Abbauer und Säurebildner bezeichnet. Die Gruppe 2 der Mikroorganismen ist direkt für die Bildung von Methan verantwortlich. Sie stellt mit 5 bis 25 % den kleineren Teil der am anaeroben Abbau beteiligten Organismen. Vertreter dieser Gruppe werden als methanbildende Mikroorganismen bezeichnet.

       

      Wie funktioniert die fluoreszenzmikroskopische Analyse?

      Die quantitative Erfassung der am Gärprozess beteiligten Organismengruppen erfolgt durch fluoreszenzmikroskopische Analyse der Mikroorganismen. Aufgrund der hohen Anzahl von Mikroorganismen in Biogasanlagen (zum Teil über 100 Billiarden Mikroorganismen pro Kubikmeter) werden die ermittelten Zellzahlen auf einen Milliliter Fermentermaterial bezogen. Durch die Auswertung der Zusammensetzung der verschiedenen Methanbildner, die in der Gruppe 2 vertreten sind, können Veränderungen im Zusammenleben der methanbildenden Population erfasst werden.

      Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme einer Biogasanlage mit den Substraten Mais, Rindermist und Gülle. Bakterien erscheinen in blauer Färbung, Methanbildner werden gelb bis orange dargestellt.

      Die beispielhafte fluoreszenzmikroskopische Aufnahme zeigt die mikrobielle Lebensgemeinschaft einer Probe bei 400-facher Vergrößerung. Die Probe wurde verdünnt und mit Licht verschiedener Wellenlängen angeregt. Durch einen Fluoreszenzfarbstoff erscheinen die zelluloseabbauenden und säurebildenden Organismen im Bild blau. Methan-bildende Zellen werden durch Licht mit einer Wellenlänge von 420 nm zur Eigenfluoreszenz angeregt und hier in Orange bis gelb dargestellt.

       

      Die festgestellten Zellzahlen der in der Probe gefundenen Mikroorganismen werden mit einer Datenbank abgeglichen. Die Datenbank erfasst die Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen an unterschiedlichsten Biogasanlagen im In- und Ausland, biochemische Prozesszustände und Inputstoffe wie un-/belastete Gülle. Auf diese Weise können Abweichungen zu den SOLL-Zellzahlen und SOLL-Populationszusammensetzungen festgestellt werden. Im Zusammenspiel mit weiteren prozessbiologischen Parametern wie dem FOS/TAC-Verhältnis, den Gärsäurekonzentrationen, der Spurenelementuntersuchung oder der Viskositätsbestimmung ergibt sich ein tieferer Einblick in die Fermenterbiologie. Abweichungen aufgrund eines Hemmstoffeintrags können so identifiziert werden und gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

        

      Fazit: Fluoreszenzmikroskopie zur Optimierung der Gärprozesse

      Biogasanlagen-Betreiber sind tagtäglich mit der Auswahl der ihnen angebotenen Inputstoffe oder unterschiedlichsten Prozesshilfsstoffe konfrontiert. Neben wirtschaftlichen Betrachtungen und der möglichen Gasausbeute ist die Unbedenklichkeit neuer Inputstoffe für die Fermenterbiologie eine wiederkehrende Fragestellung. Eine Erfassung des IST-Zustandes der mikrobiellen Aktivität mittels Fluoreszenzmikroskopie im Fermenter vor dem Einsatz eines neuen oder unbekannten Inputstoffs kann prozessbegleitend Anhaltspunkte zu Änderungen der Prozessstabilität liefern.

       

      Prozessbiologische Betreuung aus dem Labor

      Für die Kunden der MT Energy Service aus Zeven, einem BGA-Servicespezialisten, spielt das hauseigene Labor deswegen eine zentrale Rolle bei der kontinuierlichen Gewährleistung der Anlagenleistung. Das MTE Labor führt nicht nur fluoreszenzmikroskopische Analysen durch, sondern berät auch bei der Problemlösung und Ursachenbekämpfung.

      Autor: Dr. Schöpfer

      Weitere Informationen unter www.mte-service.de

      Read More
      • 1
      • 2