Was ist Silierhilfmittel?

Einleitung: Warum Silage so wichtig für Biogas ist

Stellen Sie sich vor, Sie kochen ein Gericht – je besser die Zutaten, desto leckerer das Ergebnis. Ähnlich ist es in Biogasanlagen: Die „Zutaten“ (meist Pflanzenreste oder Gülle) bestimmen, wie viel Biogas entsteht. Doch was, wenn diese Zutaten verderben oder nicht optimal genutzt werden? Hier kommen Silierhilfsmittel ins Spiel – die geheimen Helfer für mehr Energie aus Ihrer Anlage!


1. Was sind Silierhilfsmittel?

Silierhilfsmittel sind spezielle Zusätze, die bei der Konservierung von Pflanzen (Silage) eingesetzt werden. Sie wirken wie eine Art „Schutzengel“:

  • Natürliche Bakterien oder Säuren, die das Wachstum unerwünschter Mikroben hemmen.

  • Enzyme, die Pflanzenfasern aufbrechen und so später mehr Gas freisetzen.
    Ohne sie kann Silage schimmeln, Nährstoffe verlieren oder weniger Methan liefern – ein Albtraum für jede Biogasanlage!


2. So funktionieren Silierhilfsmittel in der Biogasanlage

Schritt 1: Bessere Konservierung = Mehr Energie erhalten

Silage wird luftdicht gelagert, um Gärprozesse zu starten. Doch Feuchtigkeit oder Sauerstoff können Schimmel fördern. Silierhilfsmittel:

  • Senken den pH-Wert (wie Zitronensaft im Essen) und stoppen Fäulnis.

  • Aktivieren nützliche Milchsäurebakterien – die „guten Jungs“ der Fermentation.

Schritt 2: Mehr Methan durch optimierte Fermentation

Im Fermenter der Biogasanlage zersetzen Mikroorganismen die Silage. Mit Silierhilfsmitteln:

  • Pflanzenzellen sind bereits vorverdaut (dank Enzyme), sodass Bakterien schneller arbeiten.

  • Höherer Energiegehalt in der Silage führt zu bis zu 20 % mehr Methan!


3. Vorteile auf einen Blick: Warum sich Silierhilfsmittel lohnen

  • Mehr Biogas: Höhere Methanausbeute = mehr Strom und Wärme.

  • Weniger Verluste: Keine Schimmelbildung, stabile Silage-Qualität.

  • Kosteneffizienz: Geringerer Bedarf an Rohstoffen, da alles optimal genutzt wird.

  • Umweltplus: Höhere Effizienz reduziert den CO₂-Fußabdruck der Anlage.


4. Praxistipps: So wählen Sie das richtige Silierhilfsmittel

  • Art der Biomasse: Für Mais gelten andere Additive als für Gras oder Gülle.

  • Zusammensetzung: Achten Sie auf enthaltene Bakterienstämme (z. B. Lactobacillus) oder Enzyme.

  • Lagerbedingungen: Bei feuchten Rohstoffen sind säurebasierte Mittel sinnvoll.
    Experten-Tipp: Lassen Sie sich von Anbietern beraten – nicht jedes Mittel passt zu jeder Anlage!


Fazit: Kleine Helfer, großer Impact

Silierhilfsmittel sind wie Turbo-Booster für Ihre Biogasanlage: Sie sichern die Qualität der Silage, steigern die Gasausbeute und machen die Energiegewinnung nachhaltiger. Ob Landwirt oder Betreiber – diese Zusätze sind ein Gamechanger für mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

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Mit der Fluoreszenzmikroskopie den Ausfall der Biogasanlage verhindern

Biogasanlagen bieten beste Voraussetzungen, um aus Gülle Biogas zu erzeugen und aus dem Gärrest einen ökologisch gut verwertbaren Dünger zu gewinnen. In der modernen Tierhaltung ist jedoch der Einsatz von antibakteriellen Wirkstoffen oder Arzneimitteln zur Sicherung der Tiergesundheit und Hygiene manchmal unerlässlich. Diese Wirkstoffe dürfen nicht in zu großen Mengen in die Biogasanlage gelangen, denn hier entfalten sie ihre antibakterielle und hemmende Wirkung auf die im Fermenter lebenden Mikroorganismen. Dies bremst die Gärtätigkeit und verlangsamt und mindert die Gasproduktion und -qualität. Im schlimmsten Fall kommt der Gärprozess zum Erliegen und das Fermentermaterial muss ausgetauscht werden. Der wirtschaftliche Schaden kann bei großen Anlagen mehrere 10.000 Euro betragen. Um dies zu vermeiden, können Substrate oder Güllen, bei denen ein Verdacht auf das Vorhandensein von Hemmstoffen besteht, im Labor mittels Fluoreszenzmikroskopie untersucht werden. Auch die mikrobielle Zusammensetzung des Fermentermaterials kann unter Abgleich der Inputstoff-Zusammensetzung mit Referenzanlagen verglichen werden. Abweichungen können frühzeitig identifiziert und gezielte Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden.

 

Exkurs: Welche Mikroorganismen sind an der Bildung von Biogas und Methan beteiligt?

 

Der Abbau von Biomasse erfolgt durch eine Vielzahl von Mikroorganismen auf unterschiedlichen Stoffwechselwegen bis zur vollständigen Umsetzung zu Kohlendioxid und Methan. Die beteiligten Mikroorganismen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Die Gruppe 1 besteht aus Bakterien, die für den Abbau von hochmolekularen Verbindungen wie Zellulose und für die Vergärung von niedermolekularen Verbindungen wie Zuckern zu organischen Säuren verantwortlich sind. Organismen dieser Gruppe machen mit 75 bis 95 % den Hauptanteil aller Mikroorganismen im Biogas-Fermenter aus und werden als Zellulose-Abbauer und Säurebildner bezeichnet. Die Gruppe 2 der Mikroorganismen ist direkt für die Bildung von Methan verantwortlich. Sie stellt mit 5 bis 25 % den kleineren Teil der am anaeroben Abbau beteiligten Organismen. Vertreter dieser Gruppe werden als methanbildende Mikroorganismen bezeichnet.

 

Wie funktioniert die fluoreszenzmikroskopische Analyse?

Die quantitative Erfassung der am Gärprozess beteiligten Organismengruppen erfolgt durch fluoreszenzmikroskopische Analyse der Mikroorganismen. Aufgrund der hohen Anzahl von Mikroorganismen in Biogasanlagen (zum Teil über 100 Billiarden Mikroorganismen pro Kubikmeter) werden die ermittelten Zellzahlen auf einen Milliliter Fermentermaterial bezogen. Durch die Auswertung der Zusammensetzung der verschiedenen Methanbildner, die in der Gruppe 2 vertreten sind, können Veränderungen im Zusammenleben der methanbildenden Population erfasst werden.

Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme einer Biogasanlage mit den Substraten Mais, Rindermist und Gülle. Bakterien erscheinen in blauer Färbung, Methanbildner werden gelb bis orange dargestellt.

Die beispielhafte fluoreszenzmikroskopische Aufnahme zeigt die mikrobielle Lebensgemeinschaft einer Probe bei 400-facher Vergrößerung. Die Probe wurde verdünnt und mit Licht verschiedener Wellenlängen angeregt. Durch einen Fluoreszenzfarbstoff erscheinen die zelluloseabbauenden und säurebildenden Organismen im Bild blau. Methan-bildende Zellen werden durch Licht mit einer Wellenlänge von 420 nm zur Eigenfluoreszenz angeregt und hier in Orange bis gelb dargestellt.

 

Die festgestellten Zellzahlen der in der Probe gefundenen Mikroorganismen werden mit einer Datenbank abgeglichen. Die Datenbank erfasst die Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen an unterschiedlichsten Biogasanlagen im In- und Ausland, biochemische Prozesszustände und Inputstoffe wie un-/belastete Gülle. Auf diese Weise können Abweichungen zu den SOLL-Zellzahlen und SOLL-Populationszusammensetzungen festgestellt werden. Im Zusammenspiel mit weiteren prozessbiologischen Parametern wie dem FOS/TAC-Verhältnis, den Gärsäurekonzentrationen, der Spurenelementuntersuchung oder der Viskositätsbestimmung ergibt sich ein tieferer Einblick in die Fermenterbiologie. Abweichungen aufgrund eines Hemmstoffeintrags können so identifiziert werden und gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

  

Fazit: Fluoreszenzmikroskopie zur Optimierung der Gärprozesse

Biogasanlagen-Betreiber sind tagtäglich mit der Auswahl der ihnen angebotenen Inputstoffe oder unterschiedlichsten Prozesshilfsstoffe konfrontiert. Neben wirtschaftlichen Betrachtungen und der möglichen Gasausbeute ist die Unbedenklichkeit neuer Inputstoffe für die Fermenterbiologie eine wiederkehrende Fragestellung. Eine Erfassung des IST-Zustandes der mikrobiellen Aktivität mittels Fluoreszenzmikroskopie im Fermenter vor dem Einsatz eines neuen oder unbekannten Inputstoffs kann prozessbegleitend Anhaltspunkte zu Änderungen der Prozessstabilität liefern.

 

Prozessbiologische Betreuung aus dem Labor

Für die Kunden der MT Energy Service aus Zeven, einem BGA-Servicespezialisten, spielt das hauseigene Labor deswegen eine zentrale Rolle bei der kontinuierlichen Gewährleistung der Anlagenleistung. Das MTE Labor führt nicht nur fluoreszenzmikroskopische Analysen durch, sondern berät auch bei der Problemlösung und Ursachenbekämpfung.

Autor: Dr. Schöpfer

Weitere Informationen unter www.mte-service.de

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