Spurenelemente in der Biogasanlage
Unsichtbare Helfer für effiziente Biogasproduktion
Biogasanlagen sind wie lebendige Organismen: Sie brauchen die richtige „Nahrung“, um optimal zu funktionieren. Doch während die meisten an Substrate wie Mais oder Gülle denken, spielen winzige Spurenelemente eine entscheidende Rolle – ähnlich wie Vitamine für den menschlichen Körper. Doch was genau sind diese unscheinbaren Helfer, und warum sind sie so wichtig? Dieser Artikel erklärt es einfach und verständlich.
Was sind Spurenelemente? Kleine Mengen, große Wirkung
Spurenelemente sind Mineralstoffe, die von Mikroorganismen in winzigen Mengen benötigt werden, um lebenswichtige Prozesse anzutreiben. Ohne sie läuft nichts – auch nicht in der Biogasanlage! Bekannte Beispiele sind:
Eisen (Fe)
Zink (Zn)
Nickel (Ni)
Kobalt (Co)
Sie kommen natürlicherweise in Substraten wie Gülle, Pflanzenresten oder Bioabfällen vor. Doch nicht immer reicht die vorhandene Menge aus, um den Bedarf der Bakterien im Fermenter zu decken.
Warum sind Spurenelemente in Biogasanlagen so wichtig?
In der Biogasproduktion arbeiten Milliarden von Mikroorganismen Hand in Hand, um organisches Material in Methan umzuwandeln. Diese Bakterien sind auf Enzyme angewiesen – und Spurenelemente sind essenzielle Bausteine dieser Enzyme. Fehlen sie, gerät der gesamte Prozess ins Stocken:
Die Gasausbeute sinkt.
Es kommt zu Säurestau (Anreicherung von Fettsäuren).
Die Anlage wird anfälliger für Störungen.
Beispiel: Nickel ist zentral für die Methanbildung. Ohne dieses Spurenelement können methanbildende Archaeen ihre Arbeit nicht verrichten – das Biogas bleibt arm an Methan und damit weniger energiereich.
Die Top 4 Spurenelemente und ihre Aufgaben
Wie werden Spurenelemente in der Biogasanlage zugeführt?
Spurenelemente gelangen meist über das Substrat in den Fermenter. Allerdings reicht das oft nicht aus, besonders bei einseitiger Fütterung (z. B. reiner Maissilage). Hier gibt es zwei Lösungen:
Natürliche Quellen: Gülle, Mist oder spezielle Pflanzen (z. B. Klee) liefern Spurenelemente.
Künstliche Präparate: Gezielte Zugabe von Spurenelementmischungen, die auf die Bedürfnisse der Anlage abgestimmt sind.
Wichtig: Eine Überdosierung kann genauso schädlich sein wie ein Mangel! Regelmäßige Analysen des Gärrests helfen, die Balance zu halten.
Praxistipps für Anlagenbetreiber
Monitoring: Lassen Sie den Spurenelementgehalt im Fermenter wenigstens einmal pro Verweilzeit prüfen.
Individuelle Dosierung: Je nach Substrat (z. B. hoher Maisanteil vs. viel Gülle) variiert der Bedarf.
Professionelle Beratung: Spezialisierte Labore unterstützen bei der Optimierung.
Kleine Helfer, großer Impact
Spurenelemente sind die „Geheimzutat“ für eine effiziente Biogasproduktion. Wer ihre Bedeutung unterschätzt, riskiert Einbußen bei der Gasausbeute und höhere Betriebskosten. Mit der richtigen Balance jedoch läuft die Anlage wie geschmiert – und trägt so zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei.

